Die neue Campusschule an der Holsteiner Chaussee/Ellerbeker Weg in Schnelsen soll laut aktuellen Planungen ab 2027 gebaut und für das Schuljahr 2028/29 fertiggestellt werden. Der neue Schulstandort, der seit vielen Jahren dringend benötigt wird, ist als vierzügige Stadtteilschule und dreizügiges Gymnasium geplant. Für rund 81 Millionen Euro sollen neben Unterrichtsflächen, eine Freilufthalle, eine Dreifeld-Halle, eine Gymnastikhalle, drei Mehrzweckfelder, eine Rundlaufbahn, eine Laufstrecke sowie eine Weitsprunggrube entstehen.

CDU fordert Zuschauertribühne

Für den Schul- und Vereinssport erhält die Dreifeld-Sporthalle neben einem Geräteraum, einer Turnierbeleuchtung und Materialschränke jetzt auch eine Klapptribüne für bis 199 Personen. Bis Anfang 2024 war die Dreifeld-Sporthalle ohne Zuschauertribüne geplant. Deshalb setzten sich meine Parteikollegen aus der CDU-Bezirksfraktion Eimsbüttel im Februar 2024 im Regionalausschuss Lokstedt-Niendorf-Schnelsen mit dem CDU-Antrag „Wettkampfsportfähigkeit für die geplante Halle für Schul- und Vereinssport bei der Campusschule Schnelsen vorsehen“ für den Bau einer mobilen Zuschauertribüne ein. Der Vorteil für die Schule, die Sportvereine in der Nachbarschaft und Schnelsener: Jetzt können auch größere Ereignisse wie Turniere, Meisterschaften oder auch kulturelle Ereignisse auch außerhalb der Schulzeiten stattfinden.

Zusätzlich sind eine „Waschstraße“ zur Händehygiene in der Mensa, ein Schulcafé mit Einbauküche sowie erweiterte Fach- und Werkhallen für Textil, Holz, Metall und Neue Medien vorgesehen. Pädagogisch setze der künftige Campus Schnelsen auf offene Lernlandschaften, projektorientiertes und selbstgesteuertes Lernen sowie multifunktionale Fachräume, die die Schulgemeinschaft stärken sollen. Insgesamt ist der künftige Schulcampus nicht als reiner Bildungsort, sondern als Treffpunkt für das gesamte Quartier konzipiert.

Viele Jahre kein Verkehrskonzept

Das Schulgelände soll zudem durch neue Rad- und Fußwege besser in das Quartier und Nachbarschaft integriert werden. Damit rückt ein ganz wichtiges Thema in den Fokus: Die Verkehrssituation in der Holsteiner Chaussee sowie rund um die Bereiche Flagentwiet/Pinneberger Straße für alle Verkehrsteilnehmer und insbesondere für die bis zu 1500 Schülerinnen und Schülern. Schon im September 2023 wurde bei der ersten öffentlichen Vorstellung des geplanten Schulneubaus die seit Jahren angespannte Verkehrssituation von Bürgern und Bezirkspolitikern kritisch thematisiert und Lösungen gefordert. Denn neben dem Schulneubau, sorgen das DHL-Sortierzentrum, der geplante Recyclinghof Schnelsen und diverse Bebauungspläne in Schnelsen für erhebliche Zusatzverkehre. Deshalb fordern ich sowie die Eimsbütteler CDU-Bezirksfraktion seit Jahren vom rot-grünen Senat ein Gesamtverkehrskonzept. Laut meiner zahlreichen Anfragen in den vergangenen sechs Jahren bestand aus Sicht des Senats und der Verkehrsbehörde kein Handlungsbedarf bzw. ein Gesamtverkehrskonzept war laut Rot-Grün „nicht erforderlich“.

Verkehrsgutachten für mehr Sicherheit

Im Zusammenhang mit den Schulneubau wurde dann doch am 2. Juni 2025 im öffentlichen Regionalausschuss Lokstedt, Niendorf, Schnelsen die „Verkehrstechnische Untersuchung mit Mobilitätskonzept Schulcampus Schnelsen“ vorgestellt. In dieser werden neben dem Schulneubau, auch der Recyclinghof, die DHL-Anlage sowie diverse Bebauungspläne entlang der Magistrale Holsteiner Chaussee berücksichtigt. Das teilte der Senat auf meine aktuellste Anfrage zu diesem Thema mit. Damit gibt es nun quasi eine „Lightversion“ des geforderten Gesamtverkehrskonzepts für Schnelsen.

Gutachten sieht „Überlastung“

Laut dieser Untersuchung bewerten die Verkehrsexperten den Knotenpunkt Holsteiner Chaussee/Flagentwiet zu gewissen Tageszeiten bereits jetzt schon als „überlastet“. Genau diesen Knotenpunkt müssen künftig aber viele Schülerinnen und Schüler nutzen. Das Gutachten fordert an dieser Stelle ein Ampelanlage, auch das wird bereits seit vielen Jahren von der Bezirkspolitik gefordert. Laut meiner Anfrage von Dezember 2025 plane der Senat „grundsätzlich“ diese Sicherheitsmaßnahme umzusetzen. Wann genau, wollte der Senat mir nicht beantworten. Welche weiteren Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität und Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer von den Experten gefordert werden, können Sie hier „Recyclinghof Schnelsen: Baustart 2026?“ nachlesen.

Umsetzung der Maßnahmen offen

Auch wenn der rot-grüne Senat und die zuständigen Fachbehörden den jahrelangen Forderungen aus der Bezirkspolitik nach einer „gesamtheitlichen Betrachtung der Verkehrssituation“ in Schnelsen mit der „Verkehrstechnischen Untersuchung mit Mobilitätskonzept Schulcampus Schnelsen“ in Teilen nachgekommen sind, bleiben viele Fragen offen. Das gilt auch für die zeitliche Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen der Verkehrsexperten. Ich bleibe an dem Thema dran.

Neuer Schulstandort ist dringend notwendig

Ungeachtet dieser (noch) ungeklärten Verkehrsfragen begrüße ich den Bau der neuen Campusschule Schnelsen, denn Kinder und Eltern im Nordwesten von Hamburg brauchen eine zusätzliche weiterführende Schule. Aus diesem Grund wurden die ersten 5. Klassen der künftigen Campusschule bereits zum Schuljahr 2024/25 eingeschult und sind übergangsweise am Schulstandort Grundschule Röthmoorweg untergebracht.

Über die Fortschritte beim Schulneubau und der Umsetzung der empfohlenen Verkehrsmaßnahmen für die Straßen Holsteiner Chaussee, Ellerbeker Weg, Flagentwiet, Burgwedelkamp, Peter-Timm-Straßen und Pinneberger Straße halte ich Sie auf dem Laufenden.