Was gibt es Neues vom Ausbau der AKN-Linie A1 zur S-Bahn 5 in Richtung Kaltenkirchen zu berichten? Bleibt es bei den Eröffnungsplänen für die neue Haltestelle Schnelsen Süd und kommt eine dritte Zuwegung für die Schüler der Julius-Leber-Schule? Und wann soll endlich die gesamte Strecke von Hamburg-Hauptbahnhof über Eidelstedt bis nach Kaltenkirchen in Schleswig-Holstein eröffnet werden?
Meine aktuelle Schriftliche Kleine Anfrage „Ausbau der AKN-Linie A1 zur S-Bahn-Linie S5 Richtung Kaltenkirchen: Wie ist der aktuelle Realisierungstand?“ liefert die Antworten.
Wann eröffnet die Haltestelle Schnelsen Süd?
Noch Anfang 2024 drohte die neu gebaute Haltestelle Schnelsen Süd zu einem „Geisterbahnhof“ zu verkommen, da die neue Station erst mit Freigabe der gesamten S-Bahnstrecke in Betrieb genommen werden sollte –also frühestens Ende 2028.
Im September 2025 gab es dann plötzlich gute Nachrichten: Der „Dornröschenschlaf“ sollte nur bis Ende 2026 andauern.
Laut meiner aktuellen Senatsanfrage hält der Senat an dieser Planung fest: Im kommenden Dezember sollen Pendler und die mehr als 1600 Schülerinnen und Schüler der Julius-Leber-Schule (JLS) an der Haltestelle Schnelsen Süd ein- und aussteigen können.
Schnelsen Süd: Kommt ein 3. Zugang für die JLS?
Anfang 2024 gab es für damaligen rot-grünen Senat keinen Grund für die JLS-Schüler einen dritten und damit direkten Zugang zwischen der künftigen Haltestelle Schnelsen Süd und der JLS einzurichten.
Im Mai 2024 dann die Kehrtwende. Für Rot-Grün gab es plötzlich keine „Einwände dagegen, dass eine weitere und direkte Zuwegung zur Julius-Leber-Schule hergestellt würde“.
Allerdings seien die Verkehrsbehörde und die AKN nicht zuständig für die „Planung, Finanzierung und Bau des Weges“.
Zudem müssten die Eimsbütteler Bezirksfraktionen ein „politisches Einvernehmen“ erzielen und das Bezirksamt Eimsbüttel von der AKN ihr Grundeigentum westlich der Gleise kaufen.
So könne ein sicherer Schulweg, „ausgehend vom Bahnsteigzugang vom Eidelstedter Brook über Wendehammer Brummerskamp hergestellt werden“.
Das war im Mai 2024 – jetzt zwei Jahre später, ist noch nichts weiter passiert. Laut meiner aktuellen Anfrage wird laut Senat „ein dritter, direkter Zugang westlich der Gleise entlang (…) aufgrund der Größe der Schule grundsätzlich vom Bezirksamt Eimsbüttel begrüßt und verfolgt“.
Hier bleibt zu hoffen, dass das Bezirksamt Eimsbüttel und die Bezirksversammlung Eimsbüttel im Sinne der JLS-Schüler auf einen gemeinsamen Nenner kommen.
Neue Haltestelle Schnelsen Süd mit StadtRad-Station?
Theoretisch ja, praktisch aber nicht vor 2029. So lässt sich die Antwort von Rot-Grün lesen. Ein „Betreibervertrag“ für das StadtRad-System lasse erst ab 2029 wieder die Prüfung und Einrichtung weiterer Standorte zu. Dabei soll die Station Schnelsen Süd noch in diesem Jahr eröffnen und die gesamte S-Bahnstrecke soll Ende 2028 in Betrieb gehen.
Es bleibt damit auf absehbare Zeit bei zwei StadtRad-Stationen für ganz Schnelsen. Das zeigte schon meine Anfrage vom Sommer 2025.
Und auch im Januar 2026 reagierte die Verkehrsbehörde auf den Antrag der Eimsbütteler CDU-Fraktion, den Ausbau der StadtRad- und Carsharing-Angebote in Schnelsen voranzutreiben, wieder mit einem „Nein“.
Die Mobilitätswende hat in Stadtrandlagen wie Schnelsen offenbar keine Priorität.
Hamburg-Hauptbahnhof – Kaltenkirchen: Ab wann?
Zwar haben sich die ursprünglichen Eröffnungspläne schon vor längerer Zeit zerschlagen – so sollte die S5 zu Beginn der Umbauarbeiten schon Ende 2025 fahren.
Seit Juni 2024 soll die künftige S-Bahnstrecke S5 von Hamburg-Hauptbahnhof ohne Umstieg bis nach Kaltenkirchen in Schleswig-Holstein voraussichtlich Ende 2028 in Betrieb gehen.
Daran hält die AKN auch im April 2026 fest: „Die Bauarbeiten am Umrichterwerk sollen voraussichtlich bis Mitte 2028 abgeschlossen sein. Anschließend folgen Inbetriebnahme und Probebetrieb, bevor die S5 im Dezember 2028 den regulären Betrieb aufnehmen soll.“
Und die Kosten?
Im November 2022 sollten die Projektkosten für den Ausbau noch 108,76 Millionen Euro betragen, davon sollte Hamburg 24,74 Euro übernehmen.
Als ich knapp zwei Jahre später den Senat erneut befragte, lag die Kostenkalkulation für das Gesamtprojekt im Juni 2024 bereits bei 270 Millionen Euro.
Stand April 2026: In meiner aktuellen Anfrage hält der rot-grüne Senat zwar an den 270 Millionen Euro fest. Unklar ist aber, wie hoch der Anteil der Fördermittel aus Berlin sein wird. Damit ist auch unklar, wie hoch der Anteil an den Gesamtkosten für Hamburg ausfallen wird. Ich halte Sie auf dem Laufenden.


