Die vom rot-grünen Senat vielbeschworene Mobilitätswende gilt nicht für ganz Hamburg. Zumindest in Schnelsen werden die Menschen in Sachen Mobilitätsvielfalt und Alternativen zum eigenen Auto von der Mobilitätsbehörde unter dem grünen Verkehrssenator Anjes Tjarks weiterhin abgehängt.
Anders kann man das „Nein“ der Verkehrsbehörde, die StadtRad- und Carsharing-Stationen-Angebote in Schnelsen und Burgwedel schnellstmöglich auszubauen, nicht interpretieren. Dabei wurde der ursprünglich von der Eimsbütteler CDU-Faktion eingebrachte Antrag, Schnelsen und Burgwedel verkehrstechnisch besser anzubinden, in der Bezirksversammlung Eimsbüttel im Dezember 2025 mit Unterstützung der SPD und Grüne einstimmig beschlossen.
Damit ist der Stadtteil Schnelsen mit nur zwei Stadtrad-Stationen und zwei hvv-switch-Punkten für Carsharing bis auf Weiteres unterversorgt. Das der Senat offenbar nicht gewillt ist, klimafreundliche und emissionsarme Mobilitätsangebote, auch im Sinne einer lebenswerten Stadtteilförderung flächendeckend zu realisieren, hat schon meine Anfrage im Sommer 2025 offengelegt.
Bei der aktuellen Stellungnahme bzw. dem „Nein“ der Verkehrsbehörde zum fraktionsübergreifenden Antrag der Eimsbütteler Bezirkspolitiker macht sich die Behörde beim Thema Carsharing einen schlanken Fuß und verweist auf die Carsharing-Anbieter.
Das System StadtRad soll perspektivisch zwar um eine dritte Station in der Frohmestraße/Wählingsallee erweitert werden. Doch der Ausbau wird vom Senat mit der dort geplanten Straßenbaumaßnahme verknüpft. Doch der seit Jahren geplante Umbau der Frohmestraße kommt nicht voran.
Die Option, weitere StadtRad-Stationen in Schnelsen einzurichten, wird laut der Verkehrsbehörde „ab 2029 geprüft und gegebenenfalls berücksichtigt“. Hier sei die künftige S-Bahnhaltestelle Schnelsen-Süd zumindest als potenzieller Standort vorgemerkt.
Viel zu spät, denn die neu gebaute Haltestelle Schnelsen-Süd soll bereits Ende 2026 für Pendler und JLS-Schüler in Betrieb genommen werden. Damit wird die Station unweit der Julius-Leber-Schule vorzeitig vor der geplanten Inbetriebnahme (bislang Ende 2028) der künftigen S-Bahnlinie 5 Richtung Kaltenkirchen eröffnet. „Zum aktuellen Zeitpunkt können jedoch noch keine verbindlichen Aussagen zur konkreten Ausgestaltung des StadtRAD-Systems ab 2029 getroffen werden“, stellt die Verkehrsbehörde in ihrer Absage fest.
Mit dieser Entscheidung sind viele Anwohner in Schnelsen und Burgwedel auch in den nächsten Jahren auf das Auto angewiesen. So viel zu den Planungen im rot-grünen Koalitionsvertrag die Carsharing-Angebote „insbesondere in den äußeren Stadtbereichen deutlich“ auszuweiten und im Rahmen einer „Flächenstrategie“ das Ausleihsystem StadtRAD weiterentwickeln zu wollen. Für die CDU ist klar: Der Ausbau von StadtRAD- und Carsharing-Angeboten in den Randlagen von Hamburg muss zügiger erfolgen. Wir bleiben dran.
