Heute habe ich die Villa Mutzenbecher im Niendorfer Gehege besucht und mich mit Andreas Reichel vom Verein WERTE erleben e. V. ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen die laufende Dachsanierung, ein Ausstellungsprojekt zur Geschichte der Luftfahrtmedizin und die Bildungs- und Demokratiearbeit des Vereins.
Die Villa Mutzenbecher zeigt, wie Denkmalschutz und gesellschaftliches Engagement zusammenwirken können. Bei der Sanierung wurden junge Menschen eingebunden, die praktische Erfahrungen sammeln und an einer gemeinsamen Aufgabe mitwirken konnten. Heute bietet das Haus Raum für Kultur, außerschulisches Lernen und den Austausch zwischen den Generationen.
Die Dachsanierung läuft bereits und soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Finanziert wird sie durch die Freie und Hansestadt Hamburg, Stiftungen sowie investive Sondermittel des Bezirks Eimsbüttel. Das Energiekonzept verbindet den Erhalt des historischen Erscheinungsbildes mit einer klimafreundlichen Energieversorgung. Dafür ist eine Kombination aus Photovoltaik-Schindeln in Schieferoptik, Wärmeabsorbern und einer Wärmepumpe vorgesehen.
Ein weiteres Gesprächsthema war die geplante Wanderausstellung „Von Hamburg-Eppendorf zum Mond (über Dachau) – 100 Jahre Luftfahrtmedizin zwischen Höhenrausch und Menschenversuchen“. Anlass ist die Gründung des ersten deutschen Instituts für Luftfahrtmedizin 1927 in Hamburg-Eppendorf. Die vom Medizinhistorischen Museum Hamburg und dem Verein WERTE erleben e. V. geplante Ausstellung soll im Mai 2027 in Hamburg eröffnet werden und anschließend an weiteren Standorten zu sehen sein.
Sie beleuchtet die Verflechtungen von Wissenschaft, Militär und Politik sowie die Medizinverbrechen im Nationalsozialismus. Dabei stellt sie auch die Frage nach der Verantwortung von Wissenschaft und Medizin heute. Begleitende Workshops und Vorträge sollen die Auseinandersetzung mit diesen Themen vertiefen – auch für Schülerinnen und Schüler.
Besonders wichtig ist mir die Villa als Ort gelebter Demokratie. Gemeinsam anpacken, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und respektvoll miteinander diskutieren – dafür braucht es Räume und engagierte Menschen. Die Arbeit von WERTE erleben e. V. schafft hierfür wertvolle Möglichkeiten, gerade auch für Kinder und Jugendliche.
Vielen Dank an Andreas Reichel für das informative Gespräch und an alle, die sich für die Villa Mutzenbecher engagieren. Ihr Einsatz macht dieses besondere Haus zu einem lebendigen Ort für unseren Stadtteil.



