Vor rund vier Jahren wurde die Grünanlage mit Park und Kleingartenanlage auf dem Schnelsen-Deckel eröffnet. Dank der neuen Wegeverbindung ist der Stadtteil, der durch die A7 gut fünf Jahrzehnte getrennt war, wieder vereint. Die grüne Oase, die die Namen Dorothea-Buck-Park und Geschwister-Töllke Platz trägt, erfreut sich großer Beliebtheit und wird von den Menschen im Stadtteil rege genutzt.

Sport, Spielplatz und Kiosk-WC

Bereits während der Bauphase und auch in den vier Jahren seit der Eröffnung im September 2022 wurden von Bürgerinnen und Bürgern und auch von der Eimsbütteler Bezirkspolitik mehrfach Wünsche und klar formulierte Vorschläge an das Bezirksamt Eimsbüttel und die zuständigen Fachbehörden gerichtet, um die Aufenthalts- und Freizeitqualität der grünen Quartiersfläche zu steigern.
So steht eine Bewegungsinsel – ähnlich wie im Wassermann Park – für einen einfachen und kostenlosen Zugang für ein Ganzkörpertraining ganz oben auf der Wunschliste.
Auch ein Spielplatz mit Inklusionscharakter, der von Kindern unterschiedlich Alterns genutzt werden kann, wird von vielen Menschen in Schnelsen, der als familienfreundlicher Stadtteil gilt, gewünscht.
Ein Dauerthema seit Jahren ist auch die Einrichtung einer öffentlichen Toilettenanlage im Stadtteil.
Diese drei Anliegen wurden in den vergangenen vier Jahren auch von der Bezirksversammlung Eimsbüttel in Anträgen mehrfach konkret an die zuständigen Behörden gerichtet, zuletzt 2023 und 2025.

Enttäuschende Senatsantworten

Da bis heute auf dem Schnelsen-Deckel nichts Neues passiert ist, habe ich den rot-grünen Senat und die zuständigen Behörden in meiner aktuellen Anfrage „Bewegungsinseln, WC-Anlage mit Kiosk und Spielplatz: Was gibt es Neues auf dem Deckelpark in Schnelsen?“ zu einer Stellungnahme aufgefordert. Die Antworten sind leider ernüchternd.

Active City Hamburg? Fehlanzeige

Eine Bewegungsinsel wird es auf dem Schnelsen-Deckel nicht geben. Die Gründe laut Senat: Es gebe im näheren Umfeld bereits öffentlich zugängliche Sport- und Bewegungsangebote. Damit ist der Wassermann Park, der zu Fuß gut 2,2 Kilometer entfernt liegt, gemeint. Die Grünfläche auf dem Lärmschutzdeckel könne auch ohne zusätzliche bauliche Anlagen für individuelle sportliche Betätigung genutzt werden. Als Beispiele werden der Boule-Treff oder der Bewegungstreff für Ältere aufgeführt. Auch auf Grund bautechnischer Einschränkungen seien keine alternativen zusätzlichen Sportanlagen oder -angebote auf dem Schnelsen-Deckel geplant, so die Senatsantwort. Die rot-grüne Strategie Active City Hamburg wird offenbar in einigen Quartieren nicht vollständig umgesetzt.

Familienfreundlich? Fehlanzeige

Doch nicht nur Sportfans, auch Eltern mit Kindern gehen leer aus. „Ein zusätzlicher Bedarf an Spielplätzen besteht nach aktueller fachlicher Bewertung nicht“, so die Antwort von Rot-Grün. Im Einzugsbereich gebe es „ausreichend öffentlich zugängliche und gut erreichbare, umfangreich ausgestattete Spielplätze“. Die Grünfläche im Dorothea-Buck-Park ermögliche ein freies Spiel, so dass eine „gesonderte Spielfläche entbehrlich ist“. Das rot-grüne Leitbild „Familienstadt Hamburg“ wird nicht konsequent umgesetzt.

Toilettenoffensive? Fehlanzeige

Auch die jahrelange Not mit der Notdurft in Schnelsen geht in eine weitere (Dauer)-Warterunde. Dabei gab es bereits Anfang 2024 von Verwaltung und Bezirkspolitik grünes Licht für den Bau einer WC-Anlage mit Kiosk auf dem Geschwister-Töllke-Platz.
Doch gut zwei Jahre später ist immer noch nichts passiert und die Erklärungsgründe sind unbefriedigend. So gibt es auf meine konkreten Fragen schwammige oder gar keine Antworten. Zwar ist die Planung laut dem rot-grünen Senat „grundsätzlich bauantragsreif vorangeschritten“, aber: „Aufgrund der laufenden Klärung projektspezifischer Grundsatzfragen ist der aktuelle Umsetzungsprozess derzeit (…) ausgesetzt.“ Gestiegene Investitions- und Betriebskosten würden „eine wirtschaftliche Umsetzung (…) erschweren“. Stattdessen wird erwogen, „ob und in welcher Form das bestehende Vorhaben (…) weiterverfolgt werden kann“. Die rot-grüne Toilettenoffensive aus dem Jahr 2022 gilt offenbar nicht für alle Hamburger Stadtteile.

Alternativen? Fehlanzeige

Nach jahrelangen Diskussionen, diversen Anträgen aus der Bezirkspolitik und einer gemeinsamen Lösung Anfang 2024 aller Beteiligten wird die Realisierung einer öffentlichen Toilettenanlange für die Menschen in Schnelsen weiter verschleppt. Und solange die laufende Prüfung der Behörden und Stadtreinigung Hamburg nicht abgeschlossen ist, werden auch keine Alternativen wie beispielsweise eine WC-Anlage ohne Kiosk oder ein anderer Standort in Schnelsen geprüft. Wann die Prüfungen, die letztendlich seit über zwei Jahren laufen, beendet sein werden, teilt der Senat nicht mit.
Auch wenn die Themen Bewegungsinsel und Spielplatz auf dem Schnelsen-Deckel für den rot-grünen Senat vom Tisch sind, werde ich das Thema Bau einer öffentlichen Toilettenanlage in Schnelsen weiter im Fokus haben. Ich halte Sie auf dem Laufenden.