Die frisch aufgestellten Absperrpfosten in der verkehrsberuhigten Wohnstraße Röthmoorweg im Stadtteil Schnelsen haben nicht nur bei direkten Anwohnern für Verwunderung gesorgt, zumal es im Voraus keine Informationen über diese Baumaßnahmen gab und seitdem eine Reihe von Parkplätzen in der Straße fehlen. Grund genug, mit meiner aktuellen Schriftlichen Kleinen Anfrage „Röthmoorweg in Schnelsen: Was sind Sinn und Zweck der neu aufgestellten Absperrpfosten?“ beim rot-grünen Senat nachzuhaken.

Grabenschutz

Die neuen Poller stehen seit dem 9. September auf der östlichen Straßenseite im Röthmoorweg im Abschnitt zwischen Röthmoorweg/Dachsberg und Hausnummer 43. Laut Senat ist der Grund für die Aufstellung der Pfosten ein offener Entwässerungsgraben, der „(…) gesichert bzw. geschützt werden soll“. Diese unbefestigte Fläche zwischen Graben und Straße – die nun durch die Pfosten gesperrt ist – wurde bislang von zahlreichen Fahrzeugen als Parkfläche genutzt.

Zusätzlicher Parkdruck

Dazu gehörten auch die sogenannten Elterntaxis. Grund: Im Röthmoorweg befindet sich auch die Grundschule Röthmoorweg plus Kita. Zudem hat auch die neu gegründete Campus-Schule Schnelsen ihren derzeitigen Interrimsstandort auf der Fläche der Grundschule und auch der Waldkindergarten im angrenzenden Niendorfer Gehege ist über den Röthmoorweg erreichbar.

Seit Sperrung der Abschnittsfläche zwischen Dachsberg und Röthmoorweg 43 hat sich die tägliche Verkehrssituation aufgrund der täglichen Hol- und Bringverkehre zusätzlich verschärft, da für die Fahrzeuge keine alternativen Abstell- bzw. Parkflächen zur Verfügung stehen. So erleben es zumindest viele Anwohner und auch Eltern.

Senat: Keine Vorab-Info nötig

Von einem Wegfall von Parkplätzen könne laut Senat dennoch nicht die Rede sein, da diese Fläche „keine regulären Parkstände“ dargestellt habe. Zudem stehen laut Senat „im Umfeld der Einrichtungen ausreichend Parkplätze zur Verfügung“. Deshalb sind von den zuständigen Behörden keine Maßnahmen geplant, alternative Stellflächen – beispielsweise für die Elterntaxis – zu schaffen. Da es sich laut Rot-Grün um eine „gängige Unterhaltungsmaßnahme“ handelt, wurden Anwohner bzw. Anlieger auch nicht im Voraus informiert.

Lösungsvorschlag: „Kiss&Drive“-Zonen

Das Problem der täglichen Hol- und Bringverkehre zum Kita- und Schulstandort Röthmoorweg beschäftigt seit Jahren aber nicht nur die Anwohner. Auch die Bezirksabgeordneten haben diese Verkehrsproblematik im Blick. Bereits im Januar 2025 stellte die Eimsbütteler Bezirksversammlung den Antrag, dass die zuständige Fachbehörde die Bezirkspolitiker über geplante Maßnahmen – wie beispielsweise eine Querungshilfe in Höhe der Schule oder Elternhaltestellen bzw. sogenannte „Kiss & Drive“-Zonen – zur Verbesserung der Verkehrssituation rund um den Kita- und Schulstandort Röthmoorweg informieren sollte.

Bezirkspolitik seit 2025 aktiv

Gut 20 Monate später ist bis auf diese Querungshilfe vor der Schule nichts weiter passiert. Auch wurde die Regionalpolitik über weitere Abhilfe-Maßnahmen, die von den Fachbehörden in Planung bzw. Realisierung sind, um den „Umgang mit Elterntaxis“ und die Situation der Schülerinnen und Schüler auf ihrem Schulweg sowie die Situation der Anwohnenden im Röthmoorweg zu verbessern, bislang nicht informiert. Laut meiner Anfrage werde stattdessen „eine Mitteilung der Verwaltung vorbereitet, um den Planungsstand“ den politischen Ausschüssen mitzuteilen.

Die Regionalpolitik hatte in ihrem Referentenantrag von Januar 2025 auch auf vorhandene Gutachten verwiesen, die sich für mögliche Elternhaltestellen um Umfeld der Grundschule aussprachen. Konkret wurde damals ein Abschnitt in der Heidlohstraße vorgeschlagen. Auch der Parkplatz des angrenzenden Albertinen Hauses wurde von der Regionalpolitik ins Spiel gebracht.

Senat verweist auf Projekt

Auf meine konkreten Nachfragen fast zwei Jahre später verweist der rot-grüne Senat zunächst allgemein auf „ein Verfahren zur Einrichtung von Schulstraßen und Elternhaltestellen“, das zunächst an fünf ausgewählten Standorten in Hamburg erprobt wird. Wann dieses Pilotprojekt, das u.a. auch an den Schulstandorten Grundschule Döhrnstraße und Schule Vizelinstraße im Bezirk Eimsbüttel durchgeführt werden soll, beendet sein wird, lässt der Senat aber offen. Ob bzw. wann das Projekt Schulstraßen in Hamburg“ auch im Röthmoorweg realisiert wird, ist damit völlig unklar.

Abhilfe im Röthmoorweg? Zeitpunkt unklar

Auf meine konkrete Nachfrage, wie die Verkehrssituation rund um den Kita- und Schulstandort Röthmoorweg verbessert werden kann, teilt der Senat mit, dass „eine Fußgängerzuwegung von der Heidlohstraße auf das Schulgelände Röthmoorweg über den Grund des Albertinen-Hauses“ geplant sei. Nachdem erste Gespräche zwischen dem Bezirksamt Eimsbüttel und der Albertinen-Krankenhaus/Albertinen-Haus gemeinnützige GmbH über eine Nutzung der Parkfläche des Albertinen Hauses erfolglos verliefen, ist seit Juli 2026 offenbar der Ankauf der bisherigen Albertinen-Fläche durch die Stadt geplant.

Allerdings: Es ist bislang nur „eine Übermittlung des Angebots vorgesehen. Weitere Planungen hierzu sind noch nicht abgeschlossen“.

Wann bzw. ob tatsächlich zusätzliche Parkflächen für sogenannte „Kiss&Ride“-Zonen der Elterntaxis unweit der Schule geschaffen werden, ist zum aktuellen Zeitpunkt völlig unklar.

Damit ist aber klar: Der gestiegene Parkdruck durch die neuen Absperrpfosten bleibt und eine Entzerrung der allgemeinen Verkehrssituation im Röthmoorweg aufgrund der täglichen Hol- und Bringverkehre bleibt auch auf unabsehbare Zeit bestehen. Ich halte Sie auf dem Laufenden.